Grönland im Fokus der Weltpolitik
EDZ-Dossier

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Grönland ist Europas Tor in die Arktis. Das Gebiet zwischen Polarkreis und Nordpol, liegt an der Schnittstelle dreier Weltregionen: Nordamerika, Russland und Europa. Die größte Insel der Welt (2,2 Milionen km2) zwischen Arktis und Nordatlantik und mit 57.000 Einwohner:innen, steht seit einiger Zeit wieder im Fokus der Weltaufmerksamkeit.

Der Wunsch der USA, Grönland zu kaufen ist nicht neu.
Bereits 1868 gab es laut Marc Jacobsen den gut dokumentierten Versuch der USA Grönland zu kaufen.

Im Zweiten Weltkrieg hatten die USA zahlreiche Militärflugplätze auf Grönland errichtet. Die Truman-Regierung unterbreitete 1946 Dänemark einen weiteren Kaufvorschlag für Grönland – 100 Millionen US-Dollar in Gold.
Dänemark lehnte den Kauf ab, unterzeichnete jedoch am 27. April 1951 das Grönland-Verteidigungsabkommen zwischen den USA und Dänemark (Defense of Greenland: Agreement Between the United States and the Kingdom of Denmark, April 27, 1951). Besonders während des Kalten Krieges hatte Grönland wegen seiner geographischen Lage eine große militärstrategische Bedeutung.

In diesem Abkommen wurde den USA eine bedeutende Rolle in der grönländischen Verteidigung eingeräumt. Die USA hatten uneingeschränkte Bewegungsfreiheit auf Grönland. Sie konnten überall auf der Insel militärische Stützpunkte einrichten, ihre Truppen frei bewegen, Infrastruktur bauen sowie Häfen und Flugplätze kontrollieren.

Als wichtigsten militärischen US-Stützpunkt, wurde die Thule Air Base (heute Pituffik Space Base) im Nordwesten Grönlands errichtet. Die Anlage untersteht seit 2020 dem Kommando der United States Space Force, die für die Weltraumüberwachung zuständig ist. In Pituffik, das auf der kürzesten Flugbahn zwischen Russland und den Vereinigten Staaten liegt, wird ein Raketenfrühwarnsystem betrieben, das es ermöglicht, Raketen abzufangen, die auf das US-amerikanische Festland abgefeuert werden könnten.

Durch die Unterzeichnung des Igaliku-Abkommens 2004 zwischen Grönland, Dänemark und den USA, wurde das Verteidigungsabkommen von 1951 angepasst.

Nach Jacobsen, war bei den Verhandlungen für Grönland eine wesentliche Forderung, „dass die militärische Präsenz der USA dem ‚internationalen Frieden‘ dienen sollte und nicht nur dem Schutz der USA und der westlichen Hemisphäre, wie es bis dahin geheißen hatte.“ Zudem soll die US-Regierung die dänische und die grönländische Regierung konsultieren, bevor wesentliche militärische Operationen oder Einrichtungen der USA in Grönland umgesetzt werden.

Nach Ende des Kalten Krieges verminderten die USA die Anzahl ihrer Soldatinnen und Soldaten auf Grönland. Waren während des Kalten Krieges noch ca. 10.000 US-Militärangehörige auf der Thule Air Base stationiert, sind es 2025 auf Pituffik nur noch ca. 140 Soldatinnen und Soldaten.

Auch aus diesem Grund steht der Vorwurf an Trump im Raum, sicherheitspolitische Bedenken nur vorzuschieben. Den USA sei es jederzeit möglich, ihre militärische Präsenz auszubauen. Vielmehr wird vermutet, dass es bei einem Kauf, um uneingeschränkten Einfluss auf Grönland, seine Bodenschätze sowie Kommunikations- Handels- und Verkehrswege geht.