Internationaler Frauentag: Was tut die EU, um Gleichstellung zu fördern?
Am 8. März feiern wir den Internationalen Frauentag – ein globaler Aufruf für Gleichstellung, Selbstbestimmung und geschlechtergerechte Lebensbedingungen.
Einen umfassenden Überblick zum Internationalen Frauentag – mit spannenden Beiträgen zur Gleichstellung, Unterrichtsmaterialien und Publikationen, bietet die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg.
Eine Veranstaltungsübersicht zum Internationalen Frauentag in Darmstadt gibt es beim Frauenbüro der Wissenschaftsstadt Darmstadt.
Dazu kommt der Equal Pay Day oder der „Tag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen“. Dieser Tag macht jedes Jahr darauf aufmerksam, dass Frauen weltweit weniger verdienen als Männer. Er verweist auf den prozentualen Unterschied im durchschnittlichen Bruttoverdienst von Frauen und Männern. Diesen Unterschied nennt man auch Gender Pay Gap.
In Deutschland fällt dieser Tag im Jahr 2026 auf den 27. Februar.
Das heißt: Frauen in Deutschland arbeiten 2026 vom 1. Januar an gerechnet 57 Tage unentgeltlich.
Wie der Gender Pay Gap in Hessen aussieht, hat das Hessische Statistische Landesamt ausgerechnet und in einer Grafik veranschaulicht.
Alle Daten für Hessen können beim Hessischen Lohnatlas eingesehen werden.
Und EU weit?
Laut neuen Daten aus dem Gleichstellungsindex 2025 des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen (EIGE), verdienen Frauen in der EU jährlich nur 77 % dessen, was Männer verdienen. Das bedeutet, dass sie durchschnittlich 15 Monate und 18 Tage arbeiten müssen, um das zu verdienen, was Männer in einem Jahr verdienen.
Diese drei Monate und 18 Tage gehen jedes Jahr aufgrund des Einkommensgefälles verloren, was sich dann auf die Renten und das Lebenseinkommen auswirkt.
Diese verlorenen Monate – auch als „Geisterviertel“ („ghost quarter“) bekannt – stehen für:
- Verlorene Freizeit mit Familie und Freund:innnen.
- Verpasste Fortbildungen oder Weiterbildungen.
- Geringere Rentenansprüche im Alter
- Eingeschränkte wirtschaftliche Unabhängigkeit.
Was tut die EU?
- Das Monitoring Portal zur EU-Strategie zur Gleichstellung der Geschlechter bietet eine Fülle von Daten, die auf die Hauptdimensionen der Gleichstellungsstrategie abgestimmt sind.
- „Institutionelle Mechanismen für die Gleichstellung der Geschlechter in der EU: Aktuelle Realitäten, künftige Prioritäten“, EIGE, 4. Juli 2025 – “Institutional mechanisms for gender equality in the EU: Present realities, future priorities”.
- EIGE-Leitfaden: Worte sind wichtig – Förderung der Gleichstellung der Geschlechter durch Sprache und Kommunikation. Sprache und Kommunikation können einen starken Einfluss auf die Gleichstellung der Geschlechter haben. Dieser Leitfaden bietet anhand von Beispielen Möglichkeiten, wie Sie in verschiedenen Kommunikationsformaten geschlechtergerechtere Entscheidungen treffen können.
- Um ein tieferes Verständnis für die Themen zu erlangen, hat die EU-Ratsbibliothek einen Bibliotheksführer mit einschlägigen Ressourcen zur Gleichstellung der Geschlechter zusammengestellt. Auf den einzelnen Registerkarten finden Sie Bücher und Artikel, EU-Veröffentlichungen, Podcasts, Videos und Websites.
- Die Robert-Schuman-Stiftung hat in ihrer Publikation: „Einflussreiche Frauen Europas“ – „European Women Leading the Way“, Porträts von 27 außergewöhnlichen Frauen entworfen – eine für jeden Mitgliedstaat der Europäischen Union –, die auf anschauliche Weise hervorheben, welche entscheidende Rolle Frauen beim Aufbau und Einfluss der EU spielen.
- Im Suchportal der Universitäts- und Landesbibliothek „TUfind“, z.B. mit den Stichwörtern: „Gleichstellung von Frauen und Männern“, „Gender equality“ oder „Geschlechtergerechtigkeit“, finden Sie weitere zahlreiche Medien und Ressourcen zum Thema.