Leitlinien zum Forschungsdatenmanagement werden 10 Jahre alt

10.12.2025

Vor 10 Jahren verabschiedete die TU Darmstadt die erste Version ihrer Leitlinien zum Umgang mit digitalen Forschungsdaten. Seit dieser Zeit ist einiges in Bewegung geraten, nicht nur an unserer Universität. TUdata bedankt sich für 10 Jahre gelungene Kooperation!

Am 16.12.2015 wurden die Leitlinien in ihrer ersten Version vom Präsidium verabschiedet. Damit gehört die TU Darmstadt zu einer der ersten Universitäten in Deutschland, die den Umgang mit Forschungsdaten institutionell verankerten – einige Zeit bevor die Diskussion um eine Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) in Deutschland Fahrt aufnahm.

„Die Technische Universität Darmstadt (TUDa) sieht im verantwortungsvollen und wissenschaftsgerechten Umgang mit Forschungsdaten einen wesentlichen Beitrag zur Gewinnung und Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse als Umsetzung ihrer Grundsätze zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis.“ (Prof. Dr. Peter Pelz)

Im Einklang mit der Guten Wissenschaftlichen Praxis unterstützt die TU Darmstadt seitdem mit einer zentralen Einheit Forschende beim Forschungsdatenmanagement. TUdata, ein Zusammenschluss von ULB und HRZ, dient sowohl als erste Anlaufstelle auf dem Campus bei allen Fragen rund um das Datenmanagement, als auch als zentraler Akteur beim Aufbau von Services und Infrastrukturen für die Forschenden der TU. Voran gingen intensive Diskussionen in der AG Forschungsdaten, in denen Vertreter:innen aus allen Fachbereichen der TU ihre Erfahrungen und Sichtweisen einbrachten.

Hierbei sind in den letzten Jahren Services entlang des gesamten Forschungsdatenlebenszyklus entstanden: Tools zur Planung des FAIRen Umgangs mit Daten (TUdmo), zur sicheren Archivierung und Publikation (TUdatalib), zur Dokumentation von Laborexperimenten (eLabFTW) und Organisation von Laborgeräten und Forschungsequipment (TUinfra), zur Versionierung von Code (TU-Gitlab), sowie zur Dokumentation von Code und Unterstützung der Lehre (JupyterHub). Tools, eingebettet in ein umfangreiches Fortbildungs- und Beratungsangebot, kostenlos für alle Angehörigen der TU. Flankiert wurde die Entwicklung des Angebots durch verschiedene Drittmittel-Projekte zum Aufbau innovativer digitaler Infrastrukturen für Forschungsdaten oder zur Entwicklung von disziplinspezifischen Best-Practices.

„Unter dem Motto ‚Datenkompetenz von Anfang an‘ engagiert sich die TU Darmstadt heute führend in nationalen und internationalen Forschungsdaten-Initiativen wie DALIA, NFDI und EOSC. Der zunehmende Bedarf digitaler Methoden wie der KI nach strukturierten und verlässlichen Daten und das jüngst in den Fokus geratene Thema Datensouveränität bestätigen unsere langangelegte Strategie.“ (Prof. Dr. Peter Pelz)

Die TU Darmstadt engagiert sich darüber hinaus im Aufbau der hessenweiten Kooperation HeFDI, und profitiert ihrerseits von diesem Netzwerk. HeFDI ermöglicht den kooperativen Betrieb von Diensten des Forschungsdatenmanagements, und stellt somit sicher, dass Forschende aller beteiligten Hochschulen von den aufgebauten Diensten profitieren. Gleichzeitig werden auch einrichtungsübergreifende Forschungsprojekte besser unterstützt. Ähnliche Kooperationen gibt es auch im Verbund der Rhein-Main Universitäten (RMU) und der Allianz führender Technischer Universitäten in Deutschland (TU9).

Mit dem Start der NFDI 2020 wurde die Grundlage für ein nationales, verteiltes und kooperatives Netzwerk gelegt. Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland beteiligen sich an fachlich oder methodisch ausgerichteten Konsortien, und entwickeln gemeinsam Datendienste und Angebote, die Forschungsdaten nachvollziehbarer, nachhaltiger und nachnutzbarer machen. Dies stützt sowohl das Forschungssystem insgesamt, als auch die neueren Entwicklungen hinsichtlich des Datenhungers von KI-gestützten Systemen.

Am Beispiel der Sprecherschaft des NFDI-Konsortiums NFDI4ING für die Ingenieurwissenschaften durch Prof. Dr. Peter Pelz, gleichzeitig Vizepräsident für Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Infrastruktur, zeigt sich das hohe Engagement der Forschenden und Einrichtungen der TU Darmstadt im Aufbau der nationalen Strukturen. Forschende und Einrichtungen der TU sind in vielen weiteren NFDI-Konsortien aktiv vertreten, da ein funktionierendes System auch für die Forschung an der TU Darmstadt große Vorteile bietet. Nachnutzbare Daten, Modelle und Software sind ein wesentlicher Faktor für exzellente Forschung. Mit dem Basisdienst DMP4NFDI trägt die ULB Darmstadt außerdem zum Aufbau eines gemeinsamen Service-Portfolios der NFDI bei.

Mit der Aktualisierung der Leitlinien im Jahr 2022, wurden diese wesentlichen Entwicklungen der vergangenen Jahre aufgegriffen und institutionell verankert:

  • FDM-Beauftragte unterstützen seitdem in allen Fachgebieten die Kolleg:innen beim Forschungsdatenmanagement, und bilden ein Netzwerk zum Austausch von Best Practices, unterstützt durch TUdata
  • Die Vermittlung von Datenkompetenz in der Lehre und praktische Anwendung der fachspezifischen Methoden und Werkzeuge in studentischen Praktika und Arbeiten
  • Die stärkere Einbeziehung der Nachhaltigkeit von Forschungssoftware

In der direkten Zusammenwirkung von Forschung und Infrastruktur steckt die eigentliche Triebkraft für zukunftsweisende Entwicklungen im Bereich des Forschungsdatenmanagements. TUdata bedankt sich daher für 10 Jahre gelungene Kooperation!