Woche der Meinungsfreiheit – WdM
2021 rief der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zusammen mit der frankfurter agenturallianz die „Woche der Meinungsfreiheit“ ins Leben. Eine Woche, die immer am 03. Mai startet (Internationaler Tag der Pressefreiheit) und mit dem 10. Mai (Gedenktag an die Bücherverbrennungen in Deutschland) endet. Veranstaltungen, Ausstellungen und Aktionen nehmen in dieser Zeit besonders die Freiheit des Wortes in den Fokus.
Artikel 19 - Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.
10. Mai 2026 | Gedenktag an die Bücherverbrennungen in Deutschland
Wie Ideologien die Wirklichkeit beugen können : Die Macht der Desinformation
1933 waren es nicht nur Soldaten oder Funktionäre, die Bücher ins Feuer warfen – es waren vor allem Studierende. Die Deutsche Studentenschaft trieb mit der Aktion „Wider den undeutschen Geist“ die Bücherverbrennungen auf den Höhepunkt. Sie sahen sich nicht als Zerstörer von Kultur, sondern als Verteidiger einer „Wahrheit“, die ihnen durch ideologische Indoktrination vermittelt worden war.
Was damals auf den öffentlichen Plätzen geschah, war der Endpunkt einer gezielten Informationskontrolle. Bevor die Bücher brannten, wurde systematisch die Literaturszene weltanschaulich neu sortiert und die Legende von „guten“ und „bösen“ Bücher erschaffen. Diese Manipulationen dienten dazu, Literatur so umzudeuten, dass sie den Interessen der Machthaber entsprach. Geschickt arbeitete man mit gesellschaftlichen Ängsten und verbreiteten Feindbildern, um die Menschen am unabhängigen Urteilen zu hindern.
Beispiele bekannter Autoren, deren Bücher als “entartet" eingestuft und zur Vernichtung freigegeben wurden, sind Bertolt Brecht, Erich Kästner, Heinrich Mann. In der ULB stehen ihre Werke zu Verfügung.
Und heute?
Es brennen keine Scheiterhaufen mehr, doch der Mechanismus ist geblieben. Es entstehen manipulierte Neuausgaben bekannter Bücher, angeblich „schädliche“ oder aus heutiger Sicht geächtete Begriffe und Inhalte werden willkürlich gestrichen. Zugleich kursieren Ideen von gleichgeschalteten Schulen oder kulturellen Einrichtungen. Dies wird in bisher unvorstellbarem Ausmaß verstärkt durch die Mittel der online-Medien, falsche oder geschickt umgedeutete Fakten („Fake News“) massenhaft und rasend schnell zu verbreiten. Alles zusammen verhindert unvoreingenommene Bildung sowie die Fähigkeit zur Unterscheidung von Tatsachen und Falschinformationen – Meinungen drohen verloren zu gehen.
Die Geschichte zeigt: Wenn man aufhört, Behauptungen kritisch zu hinterfragen, gerät die Freiheit in Gefahr. Während es 1933 allerdings fast unmöglich war, sich der staatlich verordneten Erzählung zu entziehen, gibt es heute wirksame Werkzeuge zur Gegenwehr: Der freie Zugang zu allen Wissensgebieten in den Bibliotheken.
Literaturtipps aus der ULB
Informationskompetenz braucht jedoch mehr als nur schnelle Klicks – sie braucht fundiertes Hintergrundwissen. Die ULB unterstützt mit ihrem Literaturangebot.
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#CheckMal | Fakten
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Woran Sie Desinformation erkennen können
Toolbox zur Bekämpfung von Missinformationen im Internet
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Weitere Links zum Thema Presse- und Meinungsfreiheit
kurz und knapp – Pressefreiheit | Bundeszentrale für politische Bildung
Pressefreiheit | Deutsche UNESCO-Kommission
Meinungsfreiheit in Deutschland | HateAid
Verbreitung rassistischen Gedankenguts versus Meinungsfreiheit | Deutsches Institut für Menschenrechte