Hermann Kaiser

Hermann Kaiser

Hermann Kaiser und die Theatersammlung der ULB

Hermann Kaiser (1889-1978), wirkte als Studienrat und Musikpädagoge an Darmstädter Gymnasien.

Als ihm 1933 die Nebentätigkeit als Theaterkritiker untersagt wurde, widmete er sich der bereits 1670 einsetzenden Geschichte des Darmstädter Theaterlebens und begann, entsprechende Dokumente zu sammeln. Von Freunden aus Theaterkreisen unterstützt, gefördert auch von der Landesbibliothek, die einschlägige Stücke aus ihren Beständen einbrachte, wuchs die Sammlung rasch an und überstand in den Kellergewölben im Westteil des Schlosses die Zerstörung Darmstadts im September 1944 ohne größere Schäden. So konnte Kaiser, der wertvolle Teile seiner Sammlung schon 1938 als Dauerleihgabe an die Landesbibliothek übergeben hatte, seine Tätigkeit kontinuierlich fortsetzen.

Bereits 1963 hatte Kaiser verfügt, daß die gesamte Sammlung nach seinem Ableben in den Besitz der nunmehrigen Landes- und Hochschulbibliothek übergehen sollte.

Der Ende August 1993 vollzogene Umzug in den „Mollerbau“ des ehemaligen Hoftheaters, dem ein beträchtlicher Teil der Sammlung gewidmet ist, schaffte nicht nur bessere Aufbewahrungs- und Nutzungsbedingungen. Er gab den Benutzern zugleich die Möglichkeit des gleichzeitigen Zugriffs auf die einschlägige Aktenüberlieferung wie auf die Programm- und Presseausschnittsammlungen des Darmstädter Stadtarchivs zuzugreifen. Seit dem Umzug in den Neubau der ULB haben sich die Nutzungsbedingungen noch weiter verbessert: Durch die auch räumliche Integration in die Historischen Sammlungen und die Musikabteilung ist die Theatersammlung nun täglich während der Öffnungszeiten des Forschungslesesaals nutzbar.

Wichtigste Aufgabe der Sammlung war für Kaiser die Dokumentation der Aufführungen des Darmstädter Theaters, des Staatstheaters und seiner Vorläufer. Er hat der Sammelarbeit damit Grenzen gesetzt, die grundsätzlich auch heute noch gelten. Es gibt zwar zahlreiche Unterlagen über andere Theateraufführungen mit oder ohne unmittelbaren Bezug zu Darmstadt, doch gehören sie nicht zum festen Sammelprogramm. Die ältesten Belege für Theateraufführungen in Darmstadt (Bühnenbildentwürfe und Programmzettel) stammen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. .