Handschriften

Direkt zum Inhalt   English

Die Historischen Sammlungen der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

Die Darmstädter Sammlungen sind das Erbe der ehemaligen Hofbibliothek und setzen sich aus der Sammeltätigkeit der Darmstädter Landgrafen und Großherzöge sowie dem nach 1803 übernommenen Klosterbesitz zusammen. Hinzu kommt die 1805 vom Kölner Baron von Hüpsch an den Großherzog Ludwig I. vermachte Sammlung von über 1000 Handschriften und noch mehr Inkunabeln.

Neben Handschriften und den über 2000 Exemplare umfassende Inkunabeln werden Drucke bis 1800 ausschließlich im Sonderlesesaal genutzt. Dazu gehören auch Bände aus der Großfolio-Sammlung (gr. fol) und seltene oder bibliophile Ausgaben der Rara-Sammlung (Ro, Rf, Rfm).

Übersicht über Signaturen mit besonderen Nutzungsbedingungen

Handschriften, Inkunabeln und Historische Drucke

Insgesamt besitzt die Bibliothek rund 3600 Handschriften aus Mittelalter und früher Neuzeit, dazu über 2000 Inkunabeln sowie über 100.000 historische Drucke vor 1800.

Zu den bekanntesten Exemplaren unter den mittelalterlichen Handschriften zählen das Seligenstädter Evangeliar, das Lochner-Gebetbuch, der Hitda-Codex und der Gero-Codex, der, ebenso wie kürzlich das in Darmstadt verwahrte Kölner Exemplar der Goldenen Bulle, in das „Memory of the World“-Programm der UNESCO aufgenommen wurde.

Nachlässe und Autographen

In der Handschriftenabteilung werden 130 Nachlässe verwahrt. Einer der umfangreichsten und bedeutendsten ist der Nachlass des Philosophen Hermann Graf Keyserling.

Musikhandschriften

Die Musikabteilung verwahrt als direkte Nachfolgerin der ehemaligen Hofmusiksammlung der Darmstädter Landgrafen und Großherzöge einen umfangreichen Bestand an Originalhandschriften mit Schwerpunkten auf dem 18. und 19. Jahrhundert.

Die Barockmusiksammlung aus dem 18. Jahrhundert umfasst vor allem den gesamten musikalischen Nachlass des Darmstädter Hofkapellmeisters von 1709 – 1760, Christoph Graupner, sowie eine große Anzahl von Abschriften der Werke Georg Philipp Telemanns.

Historische Karten und Pläne

Die Kartensammlung der vormaligen Hofbibliothek reicht bis in die Anfänge der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt im 16. Jahrhundert zurück. Bereits Landgraf Georg I. begann mit der Sammlung von Karten. Allerdings handelte es sich damals nur um 80 – 100 Stücke. Erst im 18. Jahrhundert unter dem „Soldaten-Landgrafen“ Ludwig IX. wuchs die Sammlung beträchtlich an. Unter den Nachfolgern wurde sie weiter ausgebaut. Im Jahr 1865 war der Kartenbestand der Bibliothek auf rund 12.000 Blätter angewachsen. Auch im 20. Jahrhundert erhielt die Kartensammlung durch Eingliederung der mit der ehemaligen Kabinettsbibliothek und der wertvollen Bibliothek des Freiherrn von Closen-Günderrode erworbenen Karten und Pläne wertvollen Zuwachs. Heute umfasst die Sammlung insgesamt etwa 37.000 Blätter aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Den Schwerpunkt bilden hessische und auf Hessen bezogene Karten, doch sind auch alle anderen Länder der Erde vertreten. Die Sammlung ist damit sowohl vom Umfang wie vom Inhalt her von überregionaler Bedeutung.

Die Theatersammlung

Die Theatersammlung der ULB Darmstadt gehört zu den wenigen Spezialsammlungen dieser Art im deutschen Sprachraum.

Gesammelt wurden und werden hauptsächlich Bühnenbild- und Kostümentwürfe (Figurinen), Bühnenmodelle, Szenenfotos und deren Negative, Diapositive, Künstlerporträts, Besetzungszettel, Programmhefte und -bücher; Bühnenbaupläne, Plakate, Kritiken und Presseberichte über Theaterangelegenheiten, Bühnenjahrbücher und Theaterzeitschriften. Regie-, Rollen- und Soufflierbücher sind leider nur in wenigen Exemplaren vertreten.