Die Goldene Bulle Kaiser Karls IV. 1356-2016: das Kurkölner Exemplar in Darmstadt

Die Goldene Bulle Kaiser Karls IV. 1356-2016: das Kurkölner Exemplar in Darmstadt

Eine Ausstellung der Technischen Universität Darmstadt, der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt und des Fachgebietes Mittelalterliche Geschichte am Institut für Geschichte der Technischen Universität Darmstadt

Laufzeit: 20.12.2016-19.03.2017 – Verlängert! – Die Ausstellung wird nun bis 30. April 2017 zu sehen sein.

Ort: Ausstellungsbereich im Untergeschoss der ULB

Kuratoren: Prof. Dr. Gerrit Jasper Schenk, Björn Gebert, M.A., M.A. (LIS)

Begleitender Internetauftritt

Auf unseren Webseiten zur Ausstellung finden Sie sowohl Abbildungen der Exponate als auch zusätzliche Informationen zu den Objekten. Folgen Sie dazu bitte einfach den Links am Ende der Einleitung bzw. im unteren Teil dieser Seite.

Begleitheft

Zur Ausstellung ist ein umfangreich bebildertes Begleitheft erhältlich, das für 3,- Euro an der Ausleihe im Erdgeschoss der ULB Stadtmitte (Magdalenenstraße 8) erworben werden kann.

Öffentliche Führungen

Anlässlich des großen Interesses an der Ausstellung bieten wir öffentliche Führungen (nach Anmeldung) durch die Ausstellung an.

Termine

  • Donnerstag, 16. März, 12 Uhr
  • Mittwoch, 22. März, 16 Uhr
  • Montag, 27. März, 10 Uhr
  • Montag, 10. April, 15 Uhr
  • Dienstag, 18. April, 10 Uhr
  • Donnerstag, 27. April, 16 Uhr

Anmeldung

Um den regulären Betrieb im Lesesaal der Bibliothek nicht zu beeinträchtigen, sind die Führungen jeweils auf 15 Personen begrenzt. Eine Anmeldung bis einen Tag vor jedem Führungstermin ist deshalb obligatorisch unter
Ein Ausstellungsbesuch ohne Führung bleibt jedoch weiterhin täglich von 8 bis 20 Uhr ohne Anmeldung möglich!

Einleitung

Die Goldene Bulle Kaiser Karls IV. (1316-1378) ist einer der bedeutendsten Schätze der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt. Benannt wurde sie nach dem Goldsiegel des Kaisers, das an einer Urkunde hängt, die in Form eines Buches gebunden ist. In der Goldenen Bulle wurden unter anderem die Königswahl im deutsch-römischen Reich geregelt und den sieben Kurfürsten als den Wählern des Königs wichtige Privilegien verbrieft. Sieben Exemplare in Originalausfertigung sind heute erhalten.

Die politische und rechtliche Bedeutung der Goldenen Bulle für das Reich bis zu seinem Ende 1806 kann kaum überschätzt werden. Die Bestimmungen über die Rechte der Kurfürsten wirken über die Ausbildung von Landesherrschaften bis heute in der föderalen Struktur der Bundesrepublik Deutschland weiter.

Die Jahreswende 2016/17 bietet viele Anlässe, die Goldene Bulle einem größeren Publikum zu präsentieren. Einige stehen mit der allgemeinen Bedeutung der Goldenen Bulle als ‚Verfassungsdokument‘ des Alten Reiches in engem Zusammenhang: Der 700. Geburtstag des namengebenden Kaisers, die 660 Jahre seit ihrer Verkündung im Jahr 1356 in Nürnberg und Metz und die 210 Jahre seit dem Ende ihrer rechtlichen Wirksamkeit als ‚Grundgesetz‘ des Alten Reiches. Weitere Anlässe stehen mit der Geschichte des konkreten Dokuments in Darmstadt im Zusammenhang, das wohl 1357 für den Kölner Erzbischof Wilhelm von Gennep (1349-1362) als einem der Kurfürsten ausgefertigt und in Köln aufbewahrt wurde: Erst vor 215 Jahren wurden mit dem Frieden von Lunéville am 9. Februar 1801 die Weichen dafür gestellt, dass mit dem Herzogtum Westfalen auch das Kurkölner Exemplar der Goldenen Bulle, das 1794 aus Köln vor der französischen Revolutionsarmee wohl ins Kloster Wedinghausen nach Arnsberg geflüchtet worden war, in den Besitz der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt gelangte. Vor drei Jahren wurde es mit den anderen sechs Exemplaren in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen.

Die Ausstellung zeichnet diese Geschichte mit selten gezeigten Manuskripten, Inkunabeln und frühen Drucken aus dem Bestand der Universitäts- und Landesbibliothek in drei Kapiteln nach.

Zum einen wird ihr Stellenwert als ‚Verfassungsdokument‘ und ‚Grundgesetz‘ des Alten Reiches am Beispiel der rechtlichen, zeremoniellen und rituellen Rolle der Kurfürsten skizziert.

Ferner wird das Schicksal des Kurkölner Exemplars nachgezeichnet.

Und schließlich wird seine auch restauratorische Bewahrung als kulturelles Erbe der Welt in Darmstadt geschildert.

Gerrit Jasper Schenk